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1999 |
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23.11.- 8.12.1999 im Haus der Kulturen der Welt John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin-Tiergarten
7. Griechische Kinotage in Berlin Die diesjährigen Griechischen Kinotage beginnen kurz vor dem Jahresende und gleichzeitig dem Ende des Jahrhunderts und des Jahrtausends. Ein guter Anlaß also für die Konzentration unserer Veranstaltung auf das Ende dieses Jahrhunderts, welches Ereignisse brachte, die Europa und den Balkan einen Fleck auf der Erde mit besonderer Geschichte erschütterten. Speziell für Griechenland war das zu Ende gehende Jahrhundert nicht nur für seine Existenz an sich ausschlaggebend, sondern es prägte auch den Übergang der griechischen Gesellschaft von der Tradition in die Modernität. Der Jahrhundertwechsel bedeutet für einige das Ende einer Epoche; er ist mit Ängsten und Unsicherheiten über die Zukunft, über die Entwicklung der Probleme, die die Menschheit beschäftigen, verbunden. Für andere bedeutet er die Eröffnung neuer Horizonte, den Wechsel zum "Besseren". Doch die Grenzen einer Epoche manifestieren sich nicht in Zahlen. Das Erbe des 20en Jahrhunderts wird uns weit in das kommende hinein begleiten. Mit diesem Bewußtsein haben wir Filme aus der neueren Kinoproduktion ausgesucht, die Spuren der Suche tragen, Themen und Probleme widerspiegeln, die die griechische öffentliche Meinung beschäftigten, und weiterhin wichtige Bezugspunkte für die griechische Gesellschaft am Anfang des nächsten Jahrhunderts sein werden. Es handelt sich um Werke, die sich mit Themen befassen, die in diesem Jahrhundert von Bedeutung waren und auch in den letzten Jahren erneut Aktualität genießen. Das Zusammenleben von verschiedenen ethnischen oder religiösen Gruppen in einem Land ist das Thema des Dokumentarfilms von Menelaos Karamagiolis Roma über die Roma in Griechenland. Die Eskalation des ethnischen Hasses, das Drama der Flüchtlinge, die Suche nach einer "neuen" Heimat sind die Themen des bekannten Films von Theo Angelopoulos Der schwebende Schritt des Storches und des Spielfilms von Sotiris Goritsas Vom Schnee. Der Dokumentarfilm von Timon Koulmasis und Iro Siafliaki Sinassos-Topographie der Erinnerung unternimmt den Versuch, durch die Aussagen der ehemaligen und heutigen Bewohner eines Dorfes in der Türkei, wo Griechen und Türken einst zusammenlebten, die Mechanismen des ethnischen Hasses zu begreifen. Die städtischen Sub- bzw. Jugendkulturen und ihre Utopien ist das Thema von Nikos Nikolaidis Zärtliche Bande und Constantine Giannaris erzahlt in seinem Film Am Rande der Stadt von den Widrigkeiten denen junge Migranten in europäischen Städten ausgesetzt sind. Eine weitere Einheit bilden die Filme Der Ausreißer von Lefteris Xanthopoulos und Terirem von Apostolos Doxiadis. Hier geht es um das Aussterben alter, traditioneller Kunstformen, wie diese des im Mittelmeerraum verbreiteten Schattentheaters, und die Angst vor dem Neuen, die bis zur Ablehnung gehen kann. Das Neue ist auch die Informationsgesellschaft und die Erfassung und Auswertung der personenbezogenen Daten, die das Individuum zu einem System von Datenbankeintragen umzuwandeln drohen, wie Tassos Psaras mit seinem Krimi Die Codierten zeigt. Als Zugabe gibt es den neuen Film von Olga Malea, Der diskrete Charme der Männer, der in Griechenland einen großen kommerziellen Erfolg genießt. Er ist eine rasende Komödie über drei Schwestern, die in der postfeministischen Ara, den "richtigen" Mann suchen... Zum ersten Mal werden im Rahmen eines Festivals, Werke in Deutschland und Osterreich lebender und arbeitender griechischer Filmemacher vorgestellt. Dieses Projekt ist eine kollektive Präsentation der Kreativität griechischer Filmemacher in diesen Ländern. Die unterschiedlichen Lebensläufe und Orientierungen der Regisseure und Regisseurinnen sind in ihren Filmen wiederzufinden. Vom Gegenwartsbezug zu der griechischen und/oder deutschen Realität bis zur Suche in einer Welt der Kommunikation, wo Sprache und Herkunft nicht mehr das wichtigste Identitätsmerkmal sind, wird die Fülle der Erfahrungen in Form von Dokumentar- Experimental- und Spielfilmen auf die Leinwand Übertragen. Über zwanzig Werke von insgesamt dreizehn Filmemachern werden gezeigt, und einige davon wurden sowohl in Griechenland als auch in Deutschland prämiert.Ferner zeigen wir in Fortsetzung der offiziellen Kooperation mit dem Kurzfilmfestival von Drama die drei 1999 prämierten Kurzfilme Ein Schritt mehr von Stratis Bougioukas, Amerikaner von Christos Dimas und The car is fine von Nikos Leros, sowie weitere vier Filme unserer Wahl. Es handelt sich um Amerika von Savas Karydas, Wer ist er von Fotini Papadodima, Der Gesang der Apfelsinen von Yiannis Leontaris und den Dokumentarfilm von Yiannis Skopeteas Der Photograph, der Mensch und seine Heimat. Alle diese Filme vermitteln - so glauben wir - einen repräsentativen Einblick in die künstlerischen Tendenzen neuer griechischer Filmemacher mit einer großen Vielfalt an Themen und Stile.© Katerina Papadatou, FILIA Jahrhundertwende
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