2002 2001 2000 1999 1997 1996 1995 1994 1993 Einführung Kultur

1998

17. - 25.11.1998

im Haus der Kulturen der Welt

John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin-Tiergarten

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6. Griechische Kinotage in Berlin

Das griechisch-deutsche Jugend- und Kulturzentrum "Filia" organisiert zum sechsten Mal die "Griechischen Kinotage in Berlin", diesmal in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt. Bei der diesjährigen Veranstaltung werden wir Filme zeigen, die Geschichten von Menschen erzählen, die sich in einem Umbruch befinden. Das Dilemma zwischen Flucht und Rückkehr zur Sicherheit der bisherigen Lebensweise stellt den Schwerpunkt dieser Filme dar. Die Konfrontationen und Auseinandersetzungen mit der Umwelt sind in den meisten Fällen unvermeidlich und haben Einfluß auf den Ausgang der Geschichte. Auf einer anderen Ebene stellen diese Filme ein Kaleidoskop des modernen Griechenland dar. Sie sind repräsentativ für ein Kinogenre, das nicht offen politisch, sondern sozialkritisch ist, das keine Position bezieht, sondern das Aufeinandertreffen der zeitgenössischen griechischen Gesellschaft mit der Biographie einzelner Griechinnen und Griechen einfühlsam und präzis beschreibt.

Im Streifen von Dimitris Yiatzoutzakis, Faß mich nicht an, ist der Held ein Außenseiter mit einer ungewöhnlichen Methode sich Frauen zu nähern. Die Strafe für seine Neigungen wird in eine Begegnung zwischen einem Mann und einer Frau im Dschungel der heutigen Großstädte umgewandelt. Pater Familias von Nikos Perakis ist eine bissige Satire der Massenmedien, insbesondere der privaten Fernsehstationen in Griechenland. Aus der Geschichte eines angehenden Schriftstellers, der die Biographie einer populären Sängerin schreiben will, wird eine kompromißlose Kritik an der Art und Weise, wie die Massenmedien Ereignisse und Wahrheiten konstruieren. Die Suche nach einem besseren Leben in einem anderen Land und die Schwierigkeiten und Widersprüche, mit denen die Helden konfrontiert sind, machen die Themen des Films Mirupafshim von Christos Voupouras und Giorgos Korras aus. Bei den Abwesenden von Nikos Grammatikos wird die Geschichte einer Gruppe von sechs Freunden in einem Zeitraum von sieben Jahren aufgezeichnet. Der allmähliche Verlust der Kommunikationsfähigkeit und die Entfernung und Entfremdung aus den gemeinsamen, den verbindenden Elementen und Orten, verwandelt die Nostalgie nach dem, was verloren geht, in altmodische Romantik.

Der Herr in Grau von Periklis Hoursoglou ist ein Film über das Älterwerden aber auch über die Kraft der Wünsche und Hoffnungen und die Verwirklichung der Träume. Der ältere Herr in Grau riskiert aus Liebe zu einer Frau das Auseinanderbrechen seiner Familie. Deserteur von Christos Voupouras und Giorgos Korras ist ein Mosaik des Lebens in der griechischen Provinz. Es ist die Geschichte von zwei jungen Männern, eines Deserteurs und seines Freundes, die sich entschließen, von Athen in eine kleine Kurstadt umzuziehen. Dort werden sie mit dem geschlossenen und zeitweise erstickenden Leben und seinen ungeschriebenen Gesetzen konfrontiert. Die Grenzlinie von Panos Karkanevatos ist die Geschichte zweier Brüder, die in einer Bergwerkregion Griechenlands aufwachsen, wo die traditionellen gesellschaftlichen Bindungen zusammenbrechen. Die Suche nach neuem Zusammenhalt und neuer Identität scheint, die einzige Alternative zu sein. In das diesjährige Programm sind auch zwei Klassiker einbezogen. Es handelt sich um den Film Evdokia von Alexis Damianos und Das Ungetüm von Nikos Koundouros. Evdokia hat als Thema die gesellschaftliche Diskriminierung und Ausgrenzung und die allmähliche Zerstörung der Liebe zweier Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Das Ungetüm bezieht sich auf die Geschichte eines ruhigen und gesetzestreuen Bürgers, der durch ein Mißverständnis als Mitglied einer Räuberbande verfolgt wird.

Zum ersten Mal werden wir in Zusammenarbeit mit dem Kurzfilmfestival von Drama eine Retrospektive der zwei letzten Festivals zeigen. Es handelt sich um jeweils vier prämierte Filme, sowie fünf ausgewählte Beiträge des diesjährigen Festivals. 1997 wurden Ioanna, ich liebe dich von Pantelis Pagoulatos, Annas Lächeln von Nikoletta Gouli, Herkules, Acheloos und meine Großmutter von Dimitris Koutsiabasakos und Visa von Sevastiana Anagnostopoulou prämiert. 1998 bekamen Hügel 33 von Dimitris Koutsiabasakos, Kurze Preludien von Vagelis Kalambakas, Harte Pose von Maria Leonida und Zeitlos von Christina Handjicharalambous jeweils einen der vier Preise. Die fünf ausgewählten Filme sind: Espresso von Adonis Floridis und Theodoros Nikolaidis, Sonnenuntergang in Venedig von Spiros Taraviras, You’re welcome von Fotini Papadodima, Atemzug von Christos Dimas und Deutschland von Chrisostomos Krikellis. Das Berliner Publikum wird die Gelegenheit haben, die besten Kurzfilme auszuwählen, die dann bei der Abschlußveranstaltung nochmals gezeigt werden. 

© Katerina Papadatou, FILIA

Menschen im Umbruch

  • Deserteur von Giorgos Korras und Christos Voupouras (1988) 
  • Mirupafshim von Giorgos Korras und Christos Voupouras (1997) 
  • Faß mich nicht an von Dimitris Yiatzoutzakis (1996) 
  • Evdokia von Alexis Damianos (1971) 
  • Das Ungetüm von Nikos Koundouros (1956) 
  • Pater Familias von Nikos Perakis (1997-98) 
  • Der Herr in Grau von Periklis Hoursoglou (1997) 
  • Die Abwesenden von Nikos Grammatikos (1996) 
  • Grenzlinie von Panos Karkanevatos (1993) 
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    Kurzfilmfestival von Drama

    • Ioanna, ich liebe dich von Pantelis Pagoulatos (1998) 
    • Annas Lächeln von Nikoletta Gouli (1998) 
    • Herkules, Acheloos und meine Großmutter von Dimitris Koutsiabasakos (1998) 
    • Visa von Sevastiana Anagnostopoulou (1998) 
    • Hügel 33 von Dimitris Koutsiabasakos (1998) 
    • Kurze Preludien Vagelis Kalambakas (1998) 
    • Harte Pose von Maria Leonida (1998) 
    • Timeless von Christina Hadjicharalambous (1998) 
    • Espresso von Adonis Floridis und Theodoros Nikolaidis (1998) 
    • Sonnenuntergang in Venedig von Spiros Taraviras (1998) 
    • Atemzug von Christos Dimas (1998) 
    • Deutschland  von Chris Krikellis (1998) 
    • You're welcome von Fotini Papadodima (1998)