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2002

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10. Griechische Kinotage in Berlin

15. -  21.11. 2002 im Kino Arsenal 1 + 2 (Berlin)

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Das Kulturzentrum FILIA organisiert zum 10. Mal die Griechischen Kinotage in Berlin. Anlaß zur Rückschau auf die Entstehungsgeschichte dieser Veranstaltung. Die Griechischen Kinotage in Berlin wurden während der ersten drei Jahre durch Mitglieder des damaligen deutsch-griechischen Jugendzentrums FILIA organisiert und 1996 mit Fachleuten aus der Filmwissenschaft und dem Kulturmanagement besetzt, die seitdem für die Organisation verantwortlich sind. Sie fanden zunächst im Berliner Off-Kino Moviemento statt und 1998 sind sie ins Haus der Kulturen der Welt verlegt. Seit nunmehr drei Jahre finden sie in Zusammenarbeit mit den Freunden der deutschen Kinemathek e.V. im Kino Arsenal statt.

Dieses Filmfestival verfolgt seit seinen Anfängen das Ziel, das griechische Kino in all seinen Facetten dem Berliner Publikum (unabhängig von seiner Sprache oder Nationalität) bekannt zu machen. So sind jüngere Regisseure mit Kurz- als auch Langfilmen vertreten; Regisseure, deren Werke Preise auf griechische und internationale Filmfestivals gewonnen haben, sowie Regisseure, die zu den Begründern des griechischen Films gehören, deren Filme als Klassiker gelten. Seit der 5. Griechischen Kinotagen (1996) ist ein thematischer Schwerpunkt fester Programmbestandteil: 1996: Antike Mythen im griechischen und internationalen Kino, 1997: Griechische Filmemacherinnen, 1998:Menschen im Umbruch, 1999: Jahrhundertwende und Griechische Filmemacher in Deutschland und Österreich, 2000: Leidenschaften, 2001: Griechische Filmemacher der Diaspora. Seit 1997 umfaßt das Programm auch Kurzfilme. Seit 1998 besteht die offizielle Zusammenarbeit mit dem Kurzfilmfestival von Drama. Berlin gehört somit zu den Stationen des Programms ‘Das Kurzfilmfestival von Drama geht auf Reise’.

Auch in diesem Jahr freuen wir uns, Ihnen empfehlenswerte Filme zeigen zu können: zum Programm gehört die mit mehreren Filmpreisen ausgezeichnete Verfilmung des Romans von Giorgos Viziinos Die einzige Reise seines Lebens von Lakis Papastathis. Ephemere Stadt von Giorgos Zafiris ist ein poetischer Film über die Erinnerung, die Suche nach den eigenen Wurzeln sowie die Veränderungen durch die Ankunft von „Fremden" in einer imaginären Stadt. In Hintertür beschreibt Giorgos Tsemperopoulos mit fast dokumentarischer Präzision die Geschichte einer Athener Familie in den 60er Jahren als die Bauspekulationen und ihre Querverbindungen zu Teilen des politischen Establishments das Gesicht der Hauptstadt radikal veränderten. Der ewige Student von Vangelis Seitanidis ist eine Liebesgeschichte im Spielcasino-Milieu in der griechischen Provinz. Der auf der Berlinale 2000 gezeigte Film My Sweet Home des in Berlin lebenden Filippos Tsitos spielt in einer Berliner Kneipe während eines Polterabends. Die Suche nach einem „Zuhause" ist das Verbindungselement zwischen den Gästen, die aus verschiedenen Ländern kommen. Ein besonderes Highlight ist der Debütfilm von Jannis Fagras, Sag Morphin, ich suche sie immer noch, eine unabhängige Low-budget-Produktion, die durch ihren Minimalismus und die ungewöhnliche Form überrascht. Das Programm wird abgerundet durch einen Dokumentarfilm und einen halbdokumenta-rischen Film. Logbuch von Stelios Charalambo- pou-los taucht in den unerschöpflichen Reichtum der Gedanken- und Poesiewelten von Giorgos Seferis (Nobelpreis für Literatur) ein. Das Haus Kains von Christos Karakepelis ist ein einfühlsames Dokument über sieben verurteilte Mörder, Insassen des größten Gefängnisses in Athen, und ihren Wärter.

Die Zusammenarbeit mit dem Kurzfilmfestival von Drama wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Wir zeigen die vier preisgekrönten Filme der diesjährigen 25. Edition und eine Auswahl von sieben weiteren interessanten Arbeiten aus der diesjährigen Kurzfilmproduktion. Auf zum Sieg von Thanassis Naskaris bekam den ersten Preis für Fiktion, Der kleine Indianer von Stavros Stagos den zweiten Preis für Fiktion, Flery-Die Verrückte des Mondes von Antonis Boskoitis den Preis für den besten Dokumentarfilm und Lucilles Geburtstag von Adamantia Arvaniti den Preis für den besten Studentenfilm. Der Film von Theo Papadopoulakis Largo erhielt den Spezialpreis "Griechen der Welt", Contra-Tempo von Iro Siafliaki den Spezialpreis für die beste Regisseurin, Schwarzkäppchen von Jannis Japanis den Spezialpreis für die beste Debütarbeit und der Film Hausinterieur mit Frau, die Äpfel schält von Ektoras Lygizos den Spezialpreis für den besten sozialengagierten Film. Unter den vorgestellten Filmen befinden sich auch die neuen Arbeiten von zwei dem Berliner Publikum bekannten Regisseuren: Nach 23 Uhr von Panayiotis Fafoutis und Regen von Syllas Tzoumerkas. Das Kurzfilmprogramm wird abgerundet durch den Film Sommerliebe von Vardis Marinakis.

Zum Schluß ein Hinweis in eigener Sache:

Aufgrund der boykottartigen Politik des Griechischen Filmzentrums (GFZ) die darin besteht, uns keine freie Wahl mehr in der Quantität und Qualität der Filme zu lassen, sind wir in diesem Jahr leider gezwungen, unser Programm empfindlich zu kürzen und auf einen Themenschwerpunkt zu verzichten. Sollte sich die Haltung des GFZ uns gegenüber nicht ändern, würden die 10. Griechischen Kinotage die letzte Veranstaltung dieser Art sein.

© Katerina Papadatou, FILIA

 

Der Katalog der Veranstaltung kann Anfang der zweiten Novemberwoche

beim ARSENAL und im Büro von FILIA kostenlos bezogen werden.

 

Die Filme:

 

  • Ephemere Stadt von Giorgos Zafiris (2000)

  • Sag der Morphin, ich suche sie immer noch von Yiannis Fagras (2001)

  • Hintertür von Yiorgos Tsemperopoulos (2000)

  • My Sweet Home von Filippos Tsitos (2000)

  • Ewiger Student von Vagelis Seitanidis (2001)

  • Die einzige Reise seines Lebens von Lakis Papastathis (2001)

 

Dokumente

  • Das Haus Kains von Christos Karakepelis (2000)

  • Logbuch - Yiorgos Seferis von Stelios Haralambopoulos (2001)

 

Kurzfilmfestival von Drama 2002

  • Auf zum Sieg von Thanassis Naskaris (2002)

  • Der kleine Indianer von Stavros Stagos (2002)

  • Flery - die Verrückte des Mondes von Antonis Boskaitis (2002)

  • Lucilles Geburtstag von Adamantia Arvaniti (2002)

  • Regen von Syllas Tzoumerkas (2002)

  • Largo von Thodoros Papadopoulakis (2001)

  • Contra - Tempo von Iro Siafliaki (2002)

  • Hausinterieur mit Frau, die Äpfel schält von Ektoras Lygizos (2001)

  • Schwarzkäppchen von Yiannis Yiapanis (2002)

  • Nach 23 Uhr von Panayiotis Fafoutis (2002)

  • Sommerliebe von Vardis Marinakis (2002)