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2001 |
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1. - 11.11. 2000 im Kino Arsenal 1 + 2 (Berlin) 8. - 14.11.2000 im Filmhaus Kino Köln (Köln)
9. Griechische Kinotage in Berlin 2. Griechische Kinotage in Köln
9. GRIECHISCHE KINOTAGE IN BERLIN mit einer Teilwiederholung des Programms in Köln Die 9. Griechischen Kinotage in Berlin und die Wiederholung des thematischen Schwerpunktes in Köln sind in diesem Jahr den Griechischen Regisseuren und Regisseurinen der Diaspora gewidmet. Wie jedes Jahr, gehören auch einige außergewöhnliche Filme, Dokumente und natürlich die Retrospektive des diesjährigen Kurzfilmfestivals von Drama -eine Stadt im Norden Griechenlands - zum Programm. Bereits vor zwei Jahren beschäftigten wir uns mit Werken griechischer Regisseure in Deutschland und Österreich. Die Bedeutung der Diaspora ist gewiss kompliziert, sie wirft unvermeidlich die Frage nach der Definition der Identität, in diesem Zusammenhang der griechischen Identität auf. Dieses Thema erscheint um so komplizierter, wenn wir über Kunst und insbesondere über das Kino schreiben, wo viele Menschen zusammenarbeiten und wo die Zahl der Koproduktionen Jahr für Jahr rapide zunimmt.Unter den Regisseuren unserer Veranstaltung gehören einige zur zweiten Generation der Migranten. Andere sind in Griechenland geboren und sind später ausgewandert. Ihre unterschiedlichen Biographien und Orientierungen widerspiegeln sich in ihren Filmen. Ihr Bezug zu Griechenland kann nicht in Kategorien erfasst werden. In einer Welt, in der der Geburtsort für die eigene Identität nicht mehr ausschlaggebend ist, sind die Werke von vielen Regisseuren griechischer Herkunft Werke von Weltbürgern, die sichanhand ihrer eigenen Persönlichkeit, Suche und künstlerischen Talente zwischen den Kulturen bewegen. Wir betrachten die Präsentation griechischer Regisseure und Regisseurinnen der Diaspora als einen Beitrag zur Diskussion über die Grenzziehung bzw. die Definition des griechischen" Kinos einerseits und die Internationalisierung der Kunst andererseits. Angefangen mit drei der größten amerikanischen Regisseure griechischer Herkunft werden wir Filme von Elia Kazan, John Cassavetes und Gregory Markopoulos zeigen. Elia Kazans Werke gehören zu den Hollywood-Klassikern, er wird als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen kinematographischen Tradition betrachtet. Er ist aber auch der Regisseur von Amerika, Amerika", eines Films mit zahlreichen autobiographische Zügen über die Emigration großer Teile der griechischen Bevölkerung Kleinasiens in die USA im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts. In unserem Programm zeigen wir die Verfilmung des bekannten Romans von John Steinbeck East of Eden (1955). John Cassavetes, der als ein brillanter Vertreter des amerikanischen unabhängigen Kinos eine Generation von Filmemachern durch seine innovative Regie und Filmproduktion beeinflusste, ist im Programm mit Shadows (1961) und Faces (1968) vertreten. Von Gregory Markopoulos, einen der bedeutenden Vertreter des unabhängigen experimentellen Kinos werden fünf kurz- und mittellange Filme gezeigt: Swain (1950), Twice a Man (1963), Ming Green (1966), Himself as Herself (1967) und Bliss (1967). Der mehrfach preisgekrönte Regisseur Costa Gavras, der seit mehreren Jahren in Frankreich lebt, ist einer der wichtigsten Vertreter eines engagierten Kinos und zeichnet konsequent und nachdrücklich die politischen und sozialen Entwicklungen vieler Länder, darunter mit der Verfilmung des Romans von Vassilis Vassilikos Z" auch Griechenland, auf. Zum Programm gehören zwei aktuelle Filme, die in Frankreich und in den USA gedreht wurden: Die kleine Apokalypse (1993) und Mad City (1997). Jacquot aus Nantes (1991) von Agnès Varda ist ein einfühlsamer Film, der auf die Kindheitserinnerungen des Regisseurs und Lebensgefährten von Agnès Varda, Jacques Demy basieren. Der Film entstand in der Zeit als Demy schwer krank war und wurde so zum Abschiedsfilm vom geliebten Regisseur. Nikos Papatakis erzählt in seinem Film Das Foto (1987) durch die Reise eines Fotos einer unbekannten Frau, die Geschichte der Migration nach Westeuropa in den sechziger und siebziger Jahre, des Heimwehs, und der Illusionen die gewollt oder ungewollt das Bewußtsein der Migranten beherrschten. Ein Thema, das genauso wie im Film von Papatakis Teil der jüngsten griechischen Geschichte ist, behandelt Gregg Tallas in seinem Film Das barfüssige Bataillon (1954). In diesem neorealistischen Film wird authentisch und mit Dokumenten aus jener Zeit die harte Realität der deutschen Besatzung Thessalonikis während des Zweiten Weltkriegs beschrieben. Die Filme von Katerina Thomadaki & Maria Klonari aus Frankreich formen Kreise der Erforschung der filmischen Sprache einerseits und Suche nach Identität, nach Geschlecht andererseits. Zu unserer Filmreihe gehören ihre Filme, Lange amazonien (1992) und Personal statement (1994). Unter den Filmen jüngerer Regisseure und Regiseurinnen befinden sich auch zwei kurz- und mittellange, in Großbritannien gedrehte Filme von Constantin Giannaris, North of Vortex (1992) und Caught Looking (1991). Hier wird die eigenwillige filmische Sprache Giannaris sichtbar, die sich später in seinem in Griechenland gedrehten ersten langen Spielfilm fortsetzt. Aus Australien kommen zwei Filme junger Regisseure, die sich mit dem Leben griechischer Einwanderer der zweiten Generation beschäftigen. Sie zeigen manchmal lustig und manchmal ernst die Konflikte der Generationen und der Traditionen in der Gesellschaft der Australier griechischer Herkunft. Es handelt sich um Alexis Vellis Wog boy - Der größte Zorbas von Down Under (2000) und Anna Kokkinos Head On (1998). Im zweiten Teil des Programms zeigen wir den Film des vor kurzem verstorbenen Regisseurs Stelios Tatassopoulos, Soziale Verderbnis (1932) in einer restaurierten Fassung. Wie bei dem bereits erwähnten Film von Gregg Tallas bildet die Restaurierung dieses Films einen Teil der Arbeit der Griechischen Kinemathek für die Aufbewahrung und Rekonstruktion von verlorengegangener oder beschädigter Filme, die das Erbe der griechischen Kinematographie ausmachen. Es folgen zwei neue Dokumente in bezug auf die kulturelle Tradition, wie z.B. das Rembetiko mit dem Porträt eines seiner wichtigsten Vertreter, Markos Vamvakaris (2000), gedreht von Giorgos Zervas, oder das Mittelmeer als ein Ort des Austausches und der Begegnung von kulturerellen Einflüssen, Traditionen und Bräuchen von anscheinend gegensätzlichen" Kulturen im Film Meditterane Geschichten (2000) von Stelios Haralambopoulos. Zu diesem Teil des Programms gehören auch zwei Filme über eine soziale Gruppe, die oft am Rande der Wahrnehmung liegt aber gleichzeitig als Objekt der Neugierde und der Faszination von vielen Menschen wahrgenommen wird. Es handelt sich um die Transvestiten und Transsexuellen, Menschen die sich zwischen den Geschlechtern bewegen. Der Kurzfilm Puppen (1998) von Theodoros Koutsoulis ist eine Begegnung mit griechischen Transvestiten und Transsexuellen in Berlin, der Film Chicas por sentimiento (2001) von Kriton Kalaitzidis gibt drei Generationen von Transsexuellen in Barcelona das Wort. Das experimentelle Video von Angela Melitopoulos Passing Drama (1999) ist ein Essay über das Gedächtnis, die Erzählung und das Vergessen anhand einer sehr intimen, familiären Geschichte, die sich am Schicksal von Menschen anlehnt, die im Kreuzfeuer der Geschichte des 20. Jahrhunderts standen. Zwei Jugendfilme gibt es an den Sonntagen: Der Floh (1990) von Dimitris Spirou und Das kanariengelbe Fahrrad (1999) von Dimitris Stavrakas.Infolge der Zusammenarbeit mit dem Kurzfilmfestival von Drama werden wir neun prämierte Filme der diesjährigen 24. Ausgabe vorstellen. Der Gogos von Panagiotis Fafoutis bekam den ersten Preis für Fiktion, See no evil von Aris Bafaloukas den zweiten Preis für Fiktion, Nona der in München lebenden und dem Berliner Publikum bereits bekannten Regisseurin Angela Mylonaki den Preis für den besten Dokumentarfilm und Was guckst du? von Melpomeni Tsaroucha den Preis für den besten studentischen Film. Der letzter Tabakos von Lefteris Danikas nahm am internationalen Teil des Festivals teil und gewann den Preis für den besten Film aus dem Balkan. Der Film von Alexander Adraktas Doctor Druden bekam den Spezialpreis "Griechen der Welt", Das Kleid von Monika Vaxevani den Spezialpreis für die beste Regisseurin, Algorythm von Theofilos Papastylianos den Spezialpreis für die beste Debütarbeit und der Film Noch ein Versuch von Sokratis Kollas den Spezialpreis für den besten sozialengagierten Film. © Katerina Papadatou, FILIA
Der Katalog der Veranstaltung kann ab dem 25.10. in Berlin und ab dem 28.10. in Köln bei den Kinos kostenlos bezogen werden. Griechische Filmemacher der Diaspora
Dokumente
Jugendfilme
Kurzfilmfestival von Drama 2001
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