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Young Greek Artists in Berlin
Eine Ausstellung von FILIA e.V. in den KW
Berlin
13. Oktober - 10. November 2002
Eröffnung: 12. Oktober 2002, 18.00-21.00
Uhr
Presserundgang: 12. Oktober 2002, 17.00
Uhr
Öffnungszeiten: Di So 12.00
18.00 Uhr
Ort: KUNST-WERKE e.V., Institute for
Contemporary Art, Auguststr. 69, 10117 Berlin
Mit der Gruppenausstellung "Familistère
1" in den KW stellt das Kulturzentrum FILIA erstmalig Vertreter der jüngeren
griechischen Künstlergeneration- sämtlich in Berlin lebende Künstler- einem breiteren
Publikum vor. Die von Sotirios Bahtsetzis
kuratierte Ausstellung umfasst Arbeiten von Dimitris Gizinos, Ioannis Savvidis, Vassiliea
Stylianidou, Evanthia Tsantila und Dimitris Tzamouranis.
Die Arbeiten der jungen Generation griechischer
Künstler verweigern sich nationalen Zugehörigkeiten. Sie reflektieren Brüche und
Diskontinuitäten der eigenen Lebenssituation, bewußte und prononcierte oder unbewußte
und verdrängte Zugehörigkeiten zu mehreren kulturellen Wirkungskreisen, die nicht mit
den alten Schlagwörtern wie Diaspora, Peripherie und Zentrum oder Kulturexotik zu
beschreiben sind. Im Zeitalter von political correctness versteht sich die Ausstellung als
eine Momentaufnahme aktueller Positionen, die Sozialisationsinstitutionen und
identitätsstiftende Mechanismen thematisiert, wobei sie kulturelle Hybridität,
Konvivialität und Appropriation von Information und Ressourcen, also Aspekte der globalen
Zukunft, heraushebt und behauptet.
Die Spannbreite der Ansätze und Arbeitstechniken
der beteiligten Künstler ist fast so groß, wie die der gegenwärtigen Trends des
globalen Kunstidioms. Inhaltliches Recycling und Mainstream-Kultur als subversive
Strategien, die Aufwertung der kollektiven Intelligenz und Aktion statt Autorenschaft,
Simulieren von Eroberungsstrategien der Dienstleistungsindustrie und Fingieren von Labels
und Identitäten, Fragmentieren des Körpers und des Bildes spiegeln sich in den Werken
dieser Künstler.

Dimitris Tzamouranis 1, 2
stellt mit seinen opulenten Dokumentarfilmen und seinen fotorealistisch gemalten, aus
Videostils gewonnenen Gemälden den Prozeß der Kunstproduktion in Analogie zu
imagestiftenden Marktmechanismen vor und hinterfragt kritisch die Grenzen zwischen medial
vermittelter Realität und Fiktion. Dimitris Gizinos 1,
2 manipuliert fotografische Aufnahmen
erotischer Akte mit Hilfe überlagerter Beleuchtungen, die er dann mit Aufnahmen von
leeren, urbanen Landschaften kontrastiert, um die zeitgenössische visuelle Kultur und die
konventionelle Malerei als plakativ und voyeuristisch zu entlarven. Vassiliea
Stylianidou 1, 2 untersucht mit ihrer streng stilisierten
Videoinstallation das postmoderne Fragmentieren von Identitäten, indem sie das
Verschwinden der privaten Sphäre in der Welt der massenmedialen Spaßkultur und der
Dienstleistungsgesellschaft thematisiert. Ioannis Savvidis 1
hinterfragt in seinen filmischen, der Rhetorik des Dokumentarischen entlehnten
Installationen die aktuelle Beobachtungskultur, die Individuen fiktionalisiert und sie zu
Akteuren einer riesigen, anonymen Stadtkulisse macht. Evanthia Tsantila, 1, 2, 3, 4 die in ihrer
bisherigen konzeptuellen Arbeit die Konventionen des Kunstkontextes (institutionalisierter
Ausstellungsbetrieb, Rezeptionsbeschränkungen) untersuchte, hinterfragt mit Hilfe von
Prozessen, die Literatur, Theater, Dokumentarfilm, Installation zusammenfügen, den Gehalt
des ästhetischen Erlebnisses nach dem Verschwinden des Kunstobjektes.

Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger
Katalog. Die Ausstellung wird von dem Griechischen Ministerium für Kultur (Athen), dem
Generalsekretariat für Griechen im Ausland (Athen), der Public Benefit Foundation
Alexander S. Onassis (Athen) gefördert als auch von Privatsponsoren unterstützt.
Die Ausstellung steht unter der
Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Herrn Klaus Wowereit.
Informationen: Rania Kliari (Filia e.V.),
tel.: 6222070, Mobil: 0177-6198531, e-mail: filia@snafu.de

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